Latreuō und proskyneō
3 Min · etwas Vorwissen
griechisch λατρεύω und προσκυνέω
In einem Satz#
Zwei griechische Wörter, die im Deutschen beide mit „anbeten" wiedergegeben werden, im Original aber Verschiedenes meinen.
In einfachen Worten#
| Wort | Wörtlich | Wer bekommt es |
|---|---|---|
| proskyneō | sich niederwerfen, huldigen | Gott — und Könige, Vorgesetzte, Menschen |
| latreuō | kultisch dienen | Gott |
Im Alten Testament wirft man sich vor einem König nieder (proskyneō), ohne ihn anzubeten. Die Geste allein sagt also nichts darüber, für wen man jemanden hält.
Warum das hier wichtig ist#
Weil daran ein häufig gebrauchter Zug hängt — und weil er nur zur Hälfte trägt.
Die tragende Hälfte: Wenn im Text steht, dass jemand vor Jesus niederfiel, steht dort meist proskyneō. Daraus folgt nichts, was nicht auch bei einem König folgte.
Die Hälfte, die nicht trägt: Der Zusatz „latreuō wird nie für Jesus verwendet" hält nicht. In Offenbarung 22,3 dienen die Erlösten dem Thron „Gottes und des Lammes" — und dort steht genau dieses Verb.
Wer den latreuō-Zug führt, ohne diese Stelle zu kennen, bekommt sie vorgehalten. → „Er hat Anbetung angenommen“
Wo es vorkommt#
| Seite | |
|---|---|
| „Er hat Anbetung angenommen“ | der Einwand |
| Offenbarung 1,8 | dieselbe Schrift, dieselbe Schwierigkeit |
| Was nicht hält | warum die zweite Hälfte nicht trägt |