Jesus & die Trinität Nachschlagewerk

SIE will es wissen – Gibt es ein LEBEN nach dem TOD?

Videonotiz 31 — Zeitmarken beziehen sich auf die Originalaufnahme.

Länge09:08
Gegenüberinteressierte, nicht-religiöse Frau (arbeitet beruflich mit Muslimen)
Relevanzniedrig
Themendrei-optionen, unendliche-vergangenheit, wissenschaft-und-religion, jenseits, buch-der-taten, abrahamitische-religionen, ablenkung

Setting#

Kurzes, ruhiges Gespräch mit einer freundlichen, nicht-religiösen Frau. Es enthält die präziseste Fassung des kosmologischen Arguments im Korpus (mit dem zusätzlichen Argument der unmöglichen unendlichen Vergangenheit) und eine kompakte Darstellung der islamischen Eschatologie.

Argumentkette#

ARG-THREE-OPTIONS [00:28]–[02:38]#

  1. Ewig existierend — "widerspricht jeglichem wissenschaftlichen Stand. Es gab nämlich den Urknall."
  2. Selbst erschaffen — "Etwas, das noch nicht existiert hat, kann nicht erschaffen. Und etwas, was existiert, kann nicht erschaffen werden. … Das ist, als ob man sagen würde: die Mutter hat sich selbst zur Geburt gebracht."
  3. Von etwas außerhalb erschaffen — die einzig verbleibende Möglichkeit.

    "Er konnte auch nicht innerhalb sein, weil er dann dazugehört — dann wären wir wieder bei Alternative zwei." Und die offene Einladung, die er dreimal wiederholt: "Wenn dir eine vierte einfällt, kannst du sie gerne einbringen."

ARG-INFINITE-PAST-IMPOSSIBLE — Der philosophische Zusatz (wichtig!) [00:54]–[01:20]#

Über das wissenschaftliche Argument hinaus:

"Außerdem wäre das auch aus philosophischer Sicht rational unlogisch, weil es hieße, wir hätten eine unendliche Vergangenheit hinter uns — aber man kann die Unendlichkeit nicht beenden. Dann hätten wir eine unendliche Vergangenheit, wären zur Gegenwart gekommen und hätten die Unendlichkeit beendet. Aber bei der Unendlichkeit kann man sie nie beenden. Also wären wir nie im Jetzt angekommen."

→ Das ist das klassische Argument gegen eine aktual unendliche Vergangenheit (al-Ghazālī / Kalām-Argument). Die stärkste Fassung im Korpus — in Video 29 fehlt dieser Schritt.

ARG-SCIENCE-NOT-OPPOSED [02:13]–[02:38]#

"Es ist schade, dass heute viele Leute das Religionskonzept als einen Widerspruch zur Wissenschaft sehen — dass man sagt: die wissen es einfach nicht, deswegen glauben die an Gott. Aber wenn man sich hinsetzt und rational oder auch mit wissenschaftlichen Methoden herangeht, dann wird man zu dem Entschluss kommen: es muss jemand von außerhalb des Universums erschaffen haben."

Wichtige Differenzierung der Gesprächspartnerin: "Es ist auch noch eine Frage, ob ich persönlich an Gott glauben kann — das ist etwas anderes." [03:04] → Der Da'i akzeptiert das und lädt zur Suche ein statt zu drängen.

ARG-GOD-FEARING-NOT-LAW-FEARING — Der Unterschied der Motivation [03:56]–[04:22]#

"Man klaut nicht, greift keine Leute an — nicht, weil ich die Justiz fürchte, um nicht ins Gefängnis zu gehen, sondern ich fürchte Gott. Selbst bei einem Diebstahl, wo ich weiß: kein Mensch wird das aufdecken können, ich bin maskiert — ich mache es nicht, weil ich weiß, es existiert Gott." (Verbindet sich mit ARG-OBJECTIVE-MORALITY in Video 05 — dort das Stereoanlagen-Beispiel.)

Die zwei Achsen der Gottergebenheit [04:50]#

"Gottergeben bedeutet: gut mit den Menschen und gut mit den Rechten Gottes. Gott hat das Recht gegenüber den Menschen, dass er ihn als den einen Gott akzeptiert, ihn nicht verleugnet, ihn anbetet und keine anderen anbetet." Zu Götzen: "Sie wurden ja von den Menschen gebaut, sie haben ja nichts erschaffen."

ARG-BOOK-OF-DEEDS — Die Eschatologie kompakt [05:17]–[05:44]#

"Du wirst irgendwann vor Gott stehen, so wie ich vor Gott stehen werde, und wir werden Rechenschaft ablegen müssen." "Im Islam heißt es, dass bei jedem Menschen ein Buch geführt wird, in dem alles festgehalten wird — so sehr, dass [im Koran gefragt wird]: Was ist das denn für ein Buch? Keine Kleinigkeit ist darin ausgelassen [Sure 18,49]. Es gab nicht einen Krümel an guter Tat oder einen Krümel an schlechter Tat, der nicht in diesem Buch enthalten ist. Und es wird abgewogen." Zwischenstation: "Im Grab wird man schon sehen, wie das Ende ist." (Barzach)

ARG-DISTRACTION — Warum Menschen nicht suchen [06:35]–[07:03]#

"Diese Welt hat so viel Ablenkung zu bieten. Für den Mann ist die Frau eine Ablenkung, für die Frau ist der Mann eine Ablenkung. Man hat so viele Sachen — und das ist nicht alles per se schlecht, aber es ist alles ablenkend." "Hier sind hunderte Leute, und es hat sich kaum einer mal mit Religion beschäftigt. Man ist so abgelenkt von diesem weltlichen Leben."

ARG-ABRAHAMIC-BRANCHES — Die Ablehnungskette [07:30]–[08:21]#

Ein prägnantes Modell:

Abraham hatte zwei Söhne: über Isaak kam der Stamm Israels, über Ismael der Stamm der Araber — "und von ihnen kamen die Propheten." "Die Juden haben Jesus abgelehnt. Die Christen sind einen Schritt weiter gegangen — sie haben Jesus angenommen, aber dann Muhammad abgelehnt. Und die Muslime haben auch Muhammad angenommen." "Die Völker haben immer wieder Propheten abgelehnt oder sich über sie lustig gemacht."

Die Einladung [08:21]#

"Das sind wirklich knackige 25 Seiten … Im schlimmsten Fall hat man nichts verloren außer ein paar Minütchen. Im besten Fall hat man alles gewonnen." QR-Code → "Frag den Muslim", kostenloses Online-Meeting.

Koranstellen#

Stelle Inhalt Zeit
Sure 18,49 (sinngemäß) "Keine Kleinigkeit ist ausgelassen" [05:44]

Offene Punkte / Schwächen#

  • ARG-INFINITE-PAST-IMPOSSIBLE ist philosophisch stark, wird aber von Vertretern einer aktual unendlichen Vergangenheit bestritten (vgl. die Debatte um Craigs Kalām-Argument). Die Wiki sollte den Einwand nennen: eine unendliche Vergangenheit muss nicht "durchlaufen" werden, wenn es keinen Startpunkt gibt.
  • Das Video eignet sich hervorragend als Einstiegsvideo für Suchende ohne religiösen Hintergrund — der Ton ist einladend, nicht konfrontativ.