Jesus & die Trinität Ein Lehrgang

Athanasianisches Glaubensbekenntnis

4 Min · etwas Vorwissen

lateinisch Quicumque vult — nach den ersten Worten des Textes

In einem Satz#

Ein altkirchliches Bekenntnis, das ausdrücklich festhält: Die drei Personen sind gleich ewig, gleich rangig und gleich vollkommen — keine ist der anderen über- oder untergeordnet.

In einfachen Worten#

Der Text ist nicht von Athanasius, obwohl er seinen Namen trägt; er entstand später im Westen. Er wird bis heute in mehreren Kirchen verwendet und zählt auf, was man glauben muss und was nicht.

Die Sätze, auf die es hier ankommt, lauten sinngemäß:

Nichts ist früher oder später, nichts größer oder kleiner. Alle drei Personen sind gleich ewig und einander gleich.

Also: Es gibt in der Dreieinigkeit keine Rangordnung und keine Ausnahme.

Warum das hier wichtig ist#

Weil damit eine der drei üblichen Ausflüchte ausgeschlossen ist — und zwar von christlicher Seite selbst.

Wer sagt, Jesus sei auf Erden ein eingeschränkter Gott gewesen, macht bei der zweiten Person eine Ausnahme. Genau das schließt dieses Bekenntnis aus.

Beispielgespräch

Der Christ: Er hat auf Erden Dinge seiner Herrlichkeit abgelegt. Sie: Ihr eigenes Bekenntnis sagt, dass die drei Personen gleich vollkommen sind, ohne Ausnahme. Wenn eine von ihnen eingeschränkt war, gilt der Satz nicht mehr.

Achtung — das trifft nicht jeden. Die klassische Lehre sagt gerade nicht, dass etwas abgelegt wurde, sondern dass eine zweite Natur hinzukam. Gegen sie greift dieser Zug nicht. → „Er hat sich entäußert“

Wo es vorkommt#

Seite
„Er hat sich entäußert“ der Einwand, gegen den es eingesetzt wird
Philipper 2,6-11 der Vers, um den es geht
„Das sagte er als Mensch, nicht als Gott“ die Lehre, die es voraussetzt

Verwandte Begriffe: Chalcedon · Nizäa · Hypostatische Union