Communicatio idiomatum
4 Min · etwas Vorwissen
lateinisch · gesprochen: kom-mu-ni-KA-tsio i-di-o-MA-tum · „Austausch der Eigenschaften"
In einem Satz#
Eine Regel der christlichen Lehre: Was von einer der beiden Naturen gilt, wird der Person zugesprochen — deshalb darf ein Christ sagen „Gott ist gestorben", ohne zu meinen, dass die göttliche Natur gestorben sei.
In einfachen Worten#
Nach der Lehre von Chalcedon hat Christus zwei Naturen, ist aber eine Person. Handeln und Leiden aber kommen immer einer Person zu, nicht einer Natur.
Daraus folgt für einen Christen:
| Satz | Warum er gilt |
|---|---|
| „Der Sohn Gottes ist gestorben." | Die Person starb. |
| „… gemäß seiner menschlichen Natur." | Das sagt, wie sie starb. |
| „Maria ist Gottesgebärerin." | Sie gebar die Person, nicht die Natur. |
Ein Vergleich, der die Denkform zeigt: Man sagt „ich habe mich geschnitten", obwohl nur die Hand betroffen ist. Die Handlung wird der ganzen Person zugeschrieben.
Warum das hier wichtig ist#
Das ist die wichtigste christliche Antwort überhaupt — und die, die am häufigsten unterschätzt wird.
Sie beantwortet auf einen Schlag: „Wer ist am Kreuz gestorben?", „Wie kann Gott sterben, wenn er allein unsterblich ist?", „Wie kann der Allwissende etwas nicht wissen?"
Wer diese Regel nicht kennt, hält die Antwort „das betraf die menschliche Natur" für eine Ausrede. Sie ist keine — sie ist ein durchdachter Lehrsatz.
Wo Sie ansetzen können: Chalcedon verbietet die Trennung der Naturen und erlaubt nur ihre Unterscheidung. Die Frage ist, ob eine Zuordnung nach Naturen nicht faktisch doch eine Trennung ist — und woran man erkennt, welche Natur gerade spricht. → „Das sagte er als Mensch, nicht als Gott“
Wo es vorkommt#
| Seite | |
|---|---|
| „Das sagte er als Mensch, nicht als Gott“ | der Einwand, der darauf beruht |
| 1 Timotheus 6,16 | „er allein ist unsterblich" |
| Ist Jesus Gott? | im Zusammenhang |
Verwandte Begriffe: Chalcedon · Hypostatische Union · Chalcedon