Egō eimi
3 Min · etwas Vorwissen
griechisch ἐγώ εἰμι · gesprochen: e-GO ei-MI · „ich bin"
In einem Satz#
Die zwei griechischen Wörter, mit denen Jesus in Johannes 8,58 spricht — und die nicht identisch sind mit dem hebräischen Gottesnamen, auch wenn das oft behauptet wird.
In einfachen Worten#
Der Zusammenhang ist folgender. In Exodus 3,14 nennt Gott dem Mose seinen Namen. Auf Hebräisch lautet er ehyeh ascher ehyeh — „Ich bin, der ich bin".
In Johannes 8,58 sagt Jesus auf Griechisch: egō eimi — „ich bin".
Daraus wird geschlossen, Jesus habe den Gottesnamen für sich beansprucht. Drei Dinge sprechen dagegen:
- Es sind zwei verschiedene Sprachen. Ehyeh ist hebräisch, egō eimi griechisch. Einen feststehenden Eigennamen übersetzt man nicht — bei JHWH sagt auch niemand „der Seiende".
- Andere sagen es auch. In Johannes 9,9 sagt der geheilte Blinde egō eimi — „ich bin es". Und Paulus gebraucht die Wendung ebenfalls.
- Bei Lukas steht dasselbe mit Ergänzung. Wo Lukas „ich bin" hat, schreibt Matthäus in derselben Szene „ich bin der Christus".
Egō eimi ist im Griechischen ein alltäglicher Satzanfang, kein heiliges Wort.
Warum das hier wichtig ist#
Weil es einer der wenigen Punkte ist, an denen ein sprachliches Argument klar zu Ihren Gunsten ausgeht → Johannes 8,58.
Aber führen Sie es nicht zuerst. Wer kein Griechisch kann, empfindet ein Sprachargument als Trick, auch wenn es keiner ist. Fangen Sie mit dem Zusammenhang an — dort steht, dass die Pharisäer Jesus eine Aussage untergeschoben hatten, die er nicht gemacht hatte.
Wo es vorkommt#
| Seite | |
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| Johannes 8,58 | die Stelle selbst |
| Stufe 8 — Die Verse gegen Sie | im Kurs |