Theosis
3 Min · etwas Vorwissen
griechisch θέωσις · gesprochen: THE-o-sis · „Vergöttlichung"
In einem Satz#
Die christliche Lehre, dass der Mensch durch Christus Anteil am göttlichen Leben bekommt — ohne selbst Gott zu werden.
In einfachen Worten#
Der Satz, auf den sie zurückgeht, stammt von Athanasius: Gott wurde Mensch, damit der Mensch göttlich werde.
Das klingt schärfer, als es gemeint ist. Christliche Theologen schränken selbst ein: nicht im Sein. Der Mensch wird nicht zu einem vierten Mitglied der Dreieinigkeit und teilt nicht Gottes Wesen. Gemeint ist eine Teilhabe — „das göttliche Leben beginnt in ihm zu leben".
Vor allem die orthodoxen Kirchen legen darauf großes Gewicht; im Westen wird davon weniger gesprochen.
Warum das hier wichtig ist#
Weil sie die Antwort auf einen Zug ist, den Sie sonst für stärker halten würden, als er ist.
Der Zug lautet: In Johannes 17,21 betet Jesus, „dass sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir bist" — wenn „eins" bei den Jüngern keine Wesenseinheit meint, dann auch bei Jesus nicht. → Johannes 10,30
Der Christ: Das Einssein der Jünger ist ein abgeleitetes, das des Sohnes ein wesenhaftes. Die Jünger werden nicht Teil der Dreieinigkeit — aber das göttliche Leben beginnt in ihnen zu wirken.
Das ist eine ehrliche Antwort und keine Ausflucht. Sie zeigt aber auch: Der Zug erreicht, dass Joh 10,30 die Wesenseinheit nicht erzwingt — nicht, dass sie ausgeschlossen ist.
Wo es vorkommt#
| Seite | |
|---|---|
| Johannes 17,3 | wo der Gegenzug auftaucht |
| Johannes 10,30 | „ich und der Vater sind eins" |