Jesus & die Trinität Nachschlagewerk

Atheist wünscht sich das Paradies auf Erden

Videonotiz 38 — Zeitmarken beziehen sich auf die Originalaufnahme.

Länge11:51
Gegenüber"Chris" – Atheist, ökologisch und sozial motiviert, fragt nach Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung
Relevanzsehr niedrig
Themenerste-ursache, eigenschaftsargument, pruefung, umweltzerstoerung, fruehverstorbene, geistig-behinderte, sure2-286, geduld, sehnsucht-nach-paradies, sozialisationseinwand

Zum Transkript: Die automatischen Untertitel dieses Videos sind stark fehlerhaft (durchgehende Kleinschreibung, viele Hörfehler). Alle Zitate sind sinngemäß rekonstruiert, nicht wörtlich belastbar.

Setting#

"Chris" ist Atheist mit ökologischem und sozialem Fokus. Seine Fragen: Warum zerstört der Mensch als einziges Lebewesen seine eigene Lebensgrundlage? Warum profitieren manche davon, andere auszunutzen? Was ist mit Menschen, die früh sterben und gar keine Chance auf die "Prüfung" hatten?

Achtung: Die Untertitel dieses Videos sind stark beschädigt. Die folgenden Inhalte sind rekonstruiert.

Argumentkette#

ARG-UNCAUSED-CAUSE + ARG-GIVER-MUST-POSSESS [00:29]–[01:50]#

"Von nichts kommt nichts. Für mich ist Gott genau diese eine Ursache, die nicht verursacht wurde." "Wir Menschen können bestimmte Sachen feststellen: Wir Menschen haben Willen, wir haben Wissen, wir haben Intellekt. Nun muss dieses Etwas diese Eigenschaften zumindest besitzen, um sie geben zu können. Wenn er keinen eigenen Willen hat, kann er nicht in dem, was er erschafft, einen Willen erschaffen." "Und wir glauben, dass dieses Etwas nicht nur eine Macht hat und irgendein Wissen, sondern omnipotent und allwissend ist — also die höchste Perfektion überhaupt." (Ausführlicher in Video 18.)

Chris' Einwand: Warum zerstört der Mensch alles? [02:17]#

"Warum gibt es so etwas wie uns, die alles kaputt machen — auch die Umwelt — und die damit unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören? Das machen Tiere nicht." Der Da'i nennt das ausdrücklich "eine sehr berechtigte Frage".

ARG-LIFE-IS-A-TEST + ARG-PROFESSOR-TESTS-YOU [02:43]–[03:34]#

"Unsere Existenz hier ist begrenzt — 50, 60, 70, wenn's gut läuft 80 Jahre. Gott hat uns aus einer gewissen Weisheit erschaffen, und diese Weisheit ist, dass er uns prüft. Dieses Leben ist eine Prüfung — und er prüft mit Gutem wie mit Schlechtem." "Wie soll man denn prüfen, wenn man jemandem nicht in gewisser Weise Steine in den Weg legt?"

Die Professor-Analogie (wichtig, weil sie die Absicht klärt):

"Der Professor an der Uni prüft dich nicht, weil er etwas gegen dich hat oder ein Problem mit dir hat. Ein Lehrer prüft dich, weil er das Beste aus dir herausholen möchte." "Wir vergleichen Gott nicht mit einem Lehrer — aber Gott prüft uns mit bestimmten Dingen, bei denen wir die Weisheit nicht unmittelbar erkennen. Er hat diese vollkommene Weisheit und will das Beste aus uns holen — und das Beste dabei ist das ewige Paradies."

ARG-CHILDREN-AND-DISABLED — Wer nie geprüft werden konnte [04:02]–[05:46]#

Chris' starke Rückfrage: Was ist mit Menschen, die sehr früh sterben, durch Unfall oder Mord getötet werden — die also gar nicht zur Prüfung kamen?

"Wir glauben, dass Kinder, bevor sie die Pubertät erreichen — also bevor sie moralisch zwischen richtig und falsch unterscheiden können — ins Paradies gehen. Und das Paradies ist unvergleichlich zu den 30, 40, 50 Jahren, die wir mit großen Prüfungen leben." "Geistig behinderte Menschen kommen ohne Abrechnung ins Paradies." "Es ist nicht dieses Schwarz-Weiß. Im Jenseits gibt es keinen Mittelweg mehr — es gibt nur noch Paradies oder Hölle. Aber die einzelnen Stärken und Schwächen werden von Gott in seiner vollkommenen Weisheit bei der Abrechnung in Betracht gezogen."

ARG-LONGING-PROVES-PARADISE — Der eleganteste Zug des Videos [04:54]–[06:12]#

"Das ist sehr schön an diesem Gespräch zu erkennen: Die Fragen, die du stellst, verweisen innerlich auf eine gewisse Sehnsucht — in einer Welt leben zu wollen, wo das [Ungerechtigkeit, Zerstörung] nicht existiert." "Und das ist auch der Fall: Wir nennen diesen Ort Paradies. Dort wird es das nicht geben. Aber diese Welt ist eben als Prüfung gedacht." "Also ja — es gibt diesen Ort, nach dem du dich sehnst." "Da wollen wir alle hin. Deswegen nehmen wir uns die Zeit, führen Gespräche und laden unsere Mitmenschen ein — in der Hoffnung, dass man Hand in Hand ins Paradies eintritt."

→ Der Einwand wird nicht abgewehrt, sondern als Indiz umgedeutet: Die Sehnsucht selbst ist der Hinweis auf das, was der Islam verspricht. (Verwandt mit ARG-WORLD-YOU-SEEK-IS-PARADISE in Video 21 und mit der Fiṭra in Video 05.)

ARG-SURA2-286 — Keine Überforderung [07:04]–[07:30]#

"Gott sagt im Koran: 'Gott erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag' [2,286]. Das heißt: Er kennt dich besser, als du dich selbst kennst." "Manche Prüfungen sind wirklich schwer — persönliche Schicksalsschläge. Aber Gott [sagt gleichsam]: du schaffst es. Gott würde dir keine Prüfung auferlegen, von der er weiß, dass du sie nicht schaffst. Er will das Beste aus dir herausholen."

ARG-PATIENCE-REWARDED — Der Hadith von der Lage des Gläubigen [07:30]–[08:33]#

"Der Prophet hat eine sehr schöne Aussage: 'Wunderbar ist die Lage eines Gläubigen: Wenn ihn etwas Gutes trifft, sagt er — das ist von Gott, ich danke Gott dafür. Und wenn ihn etwas Schlechtes trifft, bleibt er geduldig in dieser Prüfung — und auch das ist gut für ihn.'" (Ṣaḥīḥ Muslim) "Warum? Weil im Islam die Geduld belohnt wird … das ist eine Win-win-Situation. Deswegen sind Muslime sehr oft positiv aufs Leben eingestellt."

Der Kontrast:

"Die Alternative ist: Das Leben hat keinen Sinn. Ich tue zwar Dinge, die für mich Sinn ergeben — aber derjenige, der diese Dinge tut, hat selber keinen Sinn." [08:59]

Wichtige Selbstabgrenzung [08:59]#

"Wir sagen nicht: wir sind gläubig, weil wir ein schönes Leben führen wollen oder weil es uns bereichert. Sondern wir sagen: das ist der Sinn der Existenz. Der Mensch ist dafür hier — nicht, um die Schöpfung anzubeten und alles zu tun, was die Schöpfung von einem will, sondern den Schöpfer anzubeten, weil er einem alles gegeben hat." → Der Nutzen des Glaubens ist eine Folge, kein Grund. Wichtige Klarstellung gegen die Kritik "Religion als Wohlfühlprogramm".

ARG-SOCIALISATION-OBJECTION — "Wärst du woanders geboren, wärst du etwas anderes" [09:53]–[11:12]#

Chris' Standardeinwand, hier gut beantwortet:

"Ich bin als Muslim in einem muslimischen Elternhaus aufgewachsen … ich hatte dann eine Phase, wo ich nicht islamisch bzw. konträr zu den islamischen Lehren gelebt habe. Und dann habe ich mich mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt." "Die Fragen, die ich mir gestellt habe, waren nicht religionsspezifisch. Ich habe mir nicht die Frage gestellt: ist der Islam die Wahrheit? Ich habe mir die Frage gestellt: Warum bin ich hier? Ist die Existenz von 9 bis 17 Uhr arbeiten und am Wochenende Party? Was passiert nach dem Tod?" "Und irgendwann wird man mit dem Glauben konfrontiert, weil Religionen den Anspruch erheben, Antworten zu haben." "Ich habe mich intensiv mit dem Christentum beschäftigt, intensiv mit atheistischen und agnostischen Argumenten — und ich habe mich beim Islam zuhause gefunden, weil der Islam für mich einfach diese Erklärungskraft für die Realität hat."

→ Die Antwort auf den Sozialisationseinwand ist nicht die Leugnung der Herkunft, sondern der Nachweis, dass die Ausgangsfragen religionsneutral waren.

Koranstellen / Hadithe#

Stelle Inhalt Zeit
Sure 2,286 "Gott erlegt keiner Seele mehr auf, als sie vermag" [07:04]
Ṣaḥīḥ Muslim (Lage des Gläubigen) Dankbarkeit im Guten, Geduld im Schlechten [07:30]

Offene Punkte / Schwächen#

  • Untertitelqualität: schlechtestes Transkript des Korpus nach Video 35; für wörtliche Zitate ungeeignet.
  • Chris' Kernfrage (warum profitieren die, die andere ausnutzen?) wird nur teilweise beantwortet — die vollständige Antwort liegt in ARG-MAZLUM-COMPENSATED aus Video 29 (der Unterdrückte hat am Gerichtstag Macht über den Unterdrücker).
  • Die Umweltfrage ("warum zerstört nur der Mensch seine Lebensgrundlage?") wird nicht eigenständig beantwortet; die naheliegende islamische Antwort (Chalīfa-Verantwortung, Sure 2,30; "Verderben ist auf dem Land und im Meer erschienen wegen dessen, was die Hände der Menschen erworben haben", Sure 30,41) fehlt im gesamten Korpus → Lücke, die die Wiki schließen sollte.