Jesus & die Trinität Nachschlagewerk

MUSLIM widerlegt diese Aussage über Gott

Videonotiz 02 — Zeitmarken beziehen sich auf die Originalaufnahme.

Länge19:49
Gegenüberjunger Christ (katholisch geprägt, als Kind getauft)
RelevanzSEHR HOCH
Themensuehnopfer, vergebung, mittler, kreuzigung, gottheit-jesu, taufe, ps121, vaterunser

Setting#

Straßengespräch. Der Christ vertritt: Jesus musste als sündloser Mensch für unsere Sünden sterben; Taufe als Bekenntnis und Sündenvergebung.

Argumentkette des Muslims#

ARG-BAPTISM — Warum ließ sich der Sündlose taufen? [01:51]#

Christ: Taufe = öffentliches Bekenntnis + Sündenvergebung, man empfängt den Heiligen Geist. Frage: Johannes der Täufer tauft Jesus (Markusevangelium). "Warum hat Jesus sich taufen lassen, wenn er sündenfrei ist?" Christ: zur Demonstration. Konterfrage: "Wenn er das nur demonstriert hat, warum hat Jesus nicht Johannes getauft, um uns zu zeigen, wie man tauft? Wenn du sündenfrei bist und ich bin ein Sünder, dann macht's doch mehr Sinn, dass du mich taufst." [02:20]–[02:45] → Christ: "Diese Frage kann ich jetzt speziell nicht beantworten."

ARG-JESUS-LIMITS — Die Eigenschaftsprüfung [03:12]#

Sokratische Kette zugestandener Prämissen: - Schläft Gott? → Nein. - Isst Gott? → Nein. - Wächst Gottes Wissen? → Nein, Gott ist perfekt.

Konklusion: "Aber wir sehen bei Jesus, er hat geschlafen, er hat gegessen, er wusste bestimmte Dinge nicht. Wieso glaubst du dann noch immer, dass Jesus Gott ist?" [03:38]

ARG-PS121 — Psalm 121,4 als Disqualifikator [17:13]#

Vorher wird abgesichert: "Glaubst du, dass Jesus der Gott Israels ist?" → Christ: "Ja." [16:46]

Psalm 121,4: "Der Gott Israels, weder schlummert er noch schläft er."

Dann: Jesus schläft im Boot am Heck (Markusevangelium). Schluss: "Deswegen kann er nicht Gott sein. Er disqualifiziert sich mit dieser Eigenschaft als Gott." [18:58]

ARG-PERSON-NOT-NATURE — Gegen die Zwei-Naturen-Ausrede [17:38]#

Christ: Vater/Sohn/Geist haben "unterschiedliche Rollen, dreieinig, selbes Wesen"; Jesus schlief als Mensch, nicht in seinem göttlichen Wesen.

Antwort (Kernsatz): "Eine Person schläft, nicht eine Natur. Wenn du einschläfst, sagen wir auch nicht: seine fröhliche Natur schläft. In Wirklichkeit hat er nur die Augen zu — nein, wir sagen, die Person schläft. Und wenn wir von der zweiten Person sprechen, dann sprechen wir von Jesus als vollkommen Gott und vollkommen Mensch. Das heißt, er ist als Person eingeschlafen — mit seinen beiden Naturen." [18:05]–[18:31]

→ Sehr scharfes, wiederverwendbares Konter-Argument gegen die Zwei-Naturen-Verteidigung (communicatio idiomatum).

ARG-EZEK18 — Gott vergab immer schon ohne Sühnopfer [04:29]#

Hesekiel (18): "Der Vater trägt nicht die Sünde des Sohnes, der Sohn trägt nicht die Sünde des Vaters. Jeder bekommt das, was ihm zusteht. Und wenn der Gottlose umkehrt und Reue zeigt, dann wird Gott ihm vergeben, als hätte er diese Sünde nie begangen."

Kommentar: "Hesekiel hat nicht gesagt: wartet auf Jesus, der kommen wird … Die Menschen haben bereut … und Gott hat ihnen vergeben." [04:56]

ARG-GOD-FAILED-SYSTEM — Ein System, das scheitert? [05:47]#

Christ: Reue habe "nie wirklich funktioniert", Israel sei ein Anschauungsbeispiel gewesen. Konter: "Das würde ja bedeuten, dass Gott ein System offenbart hat, was nicht klappt … Warum macht er von Anfang an etwas, von dem er weiß, dass es nicht klappen wird? Da schreibst du Gott einen Mangel zu." [06:13]–[06:40]

ARG-DEUT-LAW-KEEPABLE — Das Gesetz ist haltbar [07:08]#

Deuteronomium (Kap. 5 genannt; sachlich Dtn 30,11-14): "Ihr könnt das Gesetz halten."

"Gott ist nicht inkarniert gekommen und hat gesagt: ihr könnt das Gesetz nicht halten." (→ gegen die paulinische Lesart, das Gesetz sei nur Sündenspiegel.)

ARG-JUSTICE-XOR-MERCY — Das Kreuz-Dilemma (zentral) [08:51]–[12:50]#

Aufgebaut über eine Alltagsanalogie: Ich tue dir Unrecht und bitte um Vergebung.

"Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder vergibst du mir oder du vergibst mir nicht [= bestrafst mich]." "Was aber keinen Sinn macht, ist, dass du sagst: ich bestrafe dich und dann vergebe ich dir. Und das ist die Kreuzigung." [11:31] "Entweder vergibst du oder du willst Gerechtigkeit. Am Kreuz sagst du, er musste bestraft werden … damit Gerechtigkeit herrscht. Und zur selben Zeit ist das Vergebung. Und das macht keinen Sinn." [12:50]

Merksatz: Vergebung und stellvertretende Bestrafung schließen einander begrifflich aus.

Einwand des Christen: Das Justizsystem vergibt auch nicht einfach, Schuld "muss beglichen werden" [10:39]. → Muslim: genau, das Justizsystem bestraft; aber zwischen Menschen gilt: entweder Vergebung oder Strafe, nie beides.

ARG-FORGIVENESS-DIRECT — Vaterunser als Beleg [08:00]–[09:46]#

Der Christ betet das Vaterunser auf. Analyse: - "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." - "Wie soll er sie vergeben? Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. … Diese Vergebung beinhaltet nicht, dass wir jetzt einen Menschen auf einem Holz kreuzigen müssen, sondern du sagst: Ich sehe deine Reue, sie ist aufrichtig, ich vergebe dir. Fertig. Genauso vergibt Gott im Islam und genauso hat Gott im Alten Testament immer wieder vergeben." [09:46] - Zusatz: Jesus selbst bittet den Vater um Vergebung — er ist Bittender, nicht Adressat. [13:42]

ARG-MEDIATOR-OBSOLET — Die Brücke ist überflüssig [00:01] / [15:27]#

Rahmenzitat des Videos (steht am Anfang und am Ende):

"Was ist schöner, was ist reiner, als Muslim zu sagen: ich bete direkt zu Gott, dem Vater, der mir meine Sünden vergeben kann, anstatt durch einen Mittler zu gehen … einen Mittler, der sich selber nicht helfen kann, der essen musste, der nicht alles wissen konnte und auch nicht mächtig war." "Diese Brücke ist überflüssig. Die ist obsolet." [15:53]

Christ argumentiert mit dem seit dem Garten Eden zerstörten Zustand; Muslim: "Es gibt doch nie einen Zustand, wo wir nicht Sünder sind. Wir sind auf dieser Welt immer Sünder." [16:19]

ARG-WAY-NOT-DESTINATION — Johannes 14,6 gelesen [18:58]#

"Er sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Er sagt nicht: ich bin das Ziel. Er ist der Weg zu Gott … das heißt, er bringt die Wahrheit vom Vater."

Verknüpft mit Johannes 17,3 (ewiges Leben). Positive Bestimmung Jesu: "ein mächtiger Prophet Gottes, der gekommen ist, um den Menschen die Wahrheit zu verkünden."

Bibelstellen in diesem Video#

Stelle Verwendung Zeit
Markus (Taufe Jesu durch Johannes) Warum lässt sich ein Sündloser taufen? [01:51]
Markus (Jesus schläft am Heck) Jesus hat menschliche Grenzen [17:13]
Psalm 121,4 Gott Israels schläft nicht → Jesus ≠ Gott [17:13]
Hesekiel 18 Vergebung durch Reue, keine Stellvertretung [04:29]
Deuteronomium 5 (bzw. 30) Gesetz ist haltbar [07:08]
Matthäus 6 (Vaterunser) direkte Vergebung, Jesus als Bittender [08:00]
Jakobus ("Glaube ohne Werke ist tot") Werke sind relevant [12:24]
Johannes 14,6 "Weg", nicht Ziel [18:58]
Johannes 17,3 ewiges Leben [19:24]

Reaktion des Gegenübers#

Mehrfach ehrlich ratlos ("diese Frage kann ich nicht beantworten"). Beendet das Gespräch freundlich, kein Gegenangriff.

Offene Punkte / Schwächen#

  • Die christliche Standardantwort auf ARG-PERSON-NOT-NATURE (Chalcedon: eine Person in zwei Naturen; Prädikate werden nach der jeweiligen Natur ausgesagt) wird im Video nicht ernsthaft ausgeführt → die Wiki sollte dieses Gegenargument fair darstellen und dann behandeln.
  • Hesekiel wird ohne Versnummer zitiert (Hes 18,20-22).
  • Deuteronomium-Referenz ist unscharf (Kap. 5 gesagt, gemeint ist Dtn 30,11-14).