Jesus & die Trinität Nachschlagewerk

Begriffsregister

Alle Fachbegriffe, die in dieser Wiki vorkommen — arabisch, griechisch, hebräisch, lateinisch. Wer diese vierzig Begriffe kennt, kann jedes Gespräch des Korpus verstehen.


Islamische Begriffe#

Begriff Bedeutung
ʿAqīda Glaubenslehre, Dogmatik
al-Amīn ("der Wahrhaftige") Beiname Muhammads vor der Berufung — Grundlage des Charakterarguments → F11 — War Muhammad ein Prophet?
Asbāb an-nuzūl "Anlässe der Herabsendung" — die Situationen, in denen einzelne Verse offenbart wurden. Löst scheinbare Widersprüche auf (z. B. Sure 2,62) → A9 — Koran, Prophetenbeweis und Offenbarung
Barzach Zwischenzustand zwischen Tod und Auferstehung ("im Grab wird man schon sehen, wie das Ende ist") → A10 — Moral, Heil und Jenseits
Dawah (daʿwa) "Einladung" — das Werben für den Islam. Bezeichnet auch das Format der Videos
Fiṭra die natürliche Veranlagung des Menschen zum Gottesbezug → A1 — Gottesbeweise und Gottesbegriff
Furqān "das Unterscheidende" — ein Name des Korans; das Kriterium für Gut und Böse → F13 — Woher kommt die Moral?
Fuṣḥā Hocharabisch; die klassische, am Koran orientierte Sprachform
al-Ḥawāriyyūn die Jünger Jesu — im Koran namentlich gewürdigt (Sure 3,52; 61,14)
Ḥadīṯ (Pl. aḥādīth) überlieferte Aussage oder Handlung des Propheten
Ḥadsch die Pilgerfahrt nach Mekka; fünfte Säule
Ḥifẓ das vollständige Auswendiglernen des Korans; ein Ḥāfiẓ (Pl. Ḥuffāẓ) beherrscht ihn auswendig → F10 — Warum der Koran?
Ḥuqūq Allāh / Ḥuqūq al-ʿibād die Rechte Gottes / die Rechte der Menschen — die zwei Achsen des guten Lebens → F12 — Wer kommt ins Paradies?
ʿIbāda Gottesdienst im weiten Sinn — nicht nur Ritual, sondern jede Handlung um Gottes willen → A1 — Gottesbeweise und Gottesbegriff
Ichtilāf erlaubte Meinungsverschiedenheit in Nebenfragen (im Gegensatz zur Konsensmaterie) → A2 — Erkenntnistheorie und Gesprächslogik
Iʿjāz die Unnachahmbarkeit des Korans — sprachlich (iʿjāz lughawī) bzw. wissenschaftlich (iʿjāz ʿilmī, umstritten) → F10 — Warum der Koran?
Indschīl das Jesus offenbarte Evangelium (nicht identisch mit den vier Evangelien)
Isnād die Überlieferungskette einer Aussage — das Prüfinstrument der Ḥadīṯ-Wissenschaft
ʿĪsā ibn Maryam Jesus, der Sohn Marias
Kufr Unglaube — sprachlich zugleich Undankbarkeit; beides hängt zusammen → A1 — Gottesbeweise und Gottesbegriff
Kun fa-yakūn "Sei! — und es ist" (Sure 2,117 u. a.); Kennzeichen der Allmacht
lā ikrāha fī d-dīn "Kein Zwang im Glauben" (Sure 2,256)
laysa ka-mithlihī schayʾ "Nichts ist Ihm gleich" (Sure 42,11) — die Kernaussage zum Gottesbegriff
al-Masīḥ der Messias — koranischer Titel Jesu
Maẓlūm der, dem Unrecht geschah; wird am Jüngsten Tag mit Macht ausgestattet → F14 — Warum lässt Gott Leid zu?
Muʿāmalāt der zwischenmenschliche Umgang (im Gegensatz zu den Gottesdienstpflichten)
rafaʿahu llāhu ilayhi "Allah hat ihn zu sich erhoben" (Sure 4,158)
Rūḥ al-Qudus "der geheiligte Geist" — im Islam die Bezeichnung für Gabriel, nicht für eine göttliche Person → A11 — Verteidigung gegen Gegenvorwürfe
Ṣābiʾa (Sabäer) eine im Koran genannte Religionsgemeinschaft; im Mondgott-Argument erwähnt
Ṣadaqa freiwillige Spende; weit gefasst bis zum Lächeln
Ṣaḥīḥ "gesund", d. h. authentisch — höchste Stufe der Ḥadīṯ-Bewertung (Ṣaḥīḥ al-Buchārī, Ṣaḥīḥ Muslim)
Schahāda das Glaubensbekenntnis; erste Säule
Schaliach (hebräisch, kein islamischer Begriff) — das biblische Gesandtenprinzip: Der Bote spricht mit der Autorität des Senders → F05 — Was bedeutet 'Sohn Gottes'?
schubbiha lahum "es erschien ihnen so" (Sure 4,157) — der Kernausdruck der Kreuzigungsstelle
Schirk Beigesellung; die einzige unvergebbare Sünde: der Schöpfung geben, was dem Schöpfer zusteht → F12 — Wer kommt ins Paradies?
Sunna die Lebensweise des Propheten als normative Quelle neben dem Koran
Taḥrīf Verfälschung früherer Offenbarungsschriften → F09 — Ist die Bibel Gottes Wort?
Taschahhud der Schlussteil des rituellen Gebets mit Friedensgruß — Begrüßung, keine Anbetung
Tauhīd die Einheit und Einzigkeit Gottes — das Zentrum der islamischen Lehre
Ūlū l-ʿAzm die fünf "Propheten der Entschlossenheit": Noah, Abraham, Moses, Jesus, Muhammad
Yaqīn Gewissheit
Zakāt Pflichtabgabe (2,5 % des angesparten Vermögens); dritte Säule
zeraʿ (hebräisch) "Same, Nachkommenschaft" — in Jes 53,10; das philologische Kernargument → A6 — Kreuzigung

Christliche und philosophische Begriffe#

Begriff Bedeutung
Arianismus Lehre, dass der Sohn ein Geschöpf ist — in Nizäa 325 verurteilt
Athanasianisches Glaubensbekenntnis (Quicumque) Bekenntnistext, der die Gleichrangigkeit der drei Personen ausdrücklich festhält. Wird im Korpus gegen die Kenosis-Lehre verwendet → A3 — Die Person Jesu: Eigenschaften, Titel, Rolle
Chalcedon (451) Konzil, das die Zwei-Naturen-Lehre festlegte: eine Person, zwei Naturen — "unvermischt, unverwandelt, ungetrennt, unteilbar"
Communicatio idiomatum Idiomenkommunikation: Was von einer Natur gilt, wird der Person zugesprochen. Die wichtigste christliche Antwort auf ARG-WHO-DIEDDie christliche Gegenposition
Descensus ad inferos "hinabgestiegen in das Reich des Todes" (Apostolisches Glaubensbekenntnis) — die Frage nach den Menschen vor Jesus → A7 — Sühnopfer, Erbsünde und Vergebung
Deuterojesaja Jes 40-55, im babylonischen Exil entstanden — Kontext der Gottesknecht-Lieder
egō eimi griech. "ich bin" — nicht identisch mit dem hebräischen Gottesnamen ehyehA5 — Die Schlüsselverse des Neuen Testaments
ehyeh asher ehyeh hebr. "Ich bin, der ich bin" (Ex 3,14)
Elohim hebr. Gottesbezeichnung (formal Plural); auch für Mose (Ex 7,1) und Richter (Ps 82) verwendet
Euthyphron-Dilemma "Ist etwas gut, weil Gott es befiehlt — oder befiehlt Gott es, weil es gut ist?" Im Korpus nicht behandeltOffene Baustellen
Homoousios "wesensgleich" — die Formel von Nizäa 325
Hypostase "Person" in der Trinitätslehre — das, was Vater, Sohn und Geist unterscheidet
Hypostatische Union die Vereinigung göttlicher und menschlicher Natur in der einen Person Christi
Kalām (arabisch: "Rede") islamische Theologie; auch Name des kosmologischen Arguments → F01 — Gibt es einen Gott?
Kenosis "Entäußerung" (Phil 2,7). Klassisch: Verzicht auf den Gebrauch göttlicher Eigenschaften. Kenotische Christologie (19. Jh.): wirklicher Verlust — eine Minderheitsposition → A3 — Die Person Jesu: Eigenschaften, Titel, Rolle
Kontingenz bedingte Existenz: etwas, das auch nicht hätte sein können
Kyrios griech. "Herr" — auch für Meister, Arbeitgeber, Lehrer; nicht exklusiv göttlich
latreuō griech. Verb für die Anbetung, die allein Gott gebührt (vs. proskyneō) → A3 — Die Person Jesu: Eigenschaften, Titel, Rolle
Limbus patrum "Vorhölle der Väter" — der Ort der Gerechten vor Christus (katholisch), nicht die Hölle
Logos "Wort" (Joh 1,1) — der zentrale christliche Begriff, den der Korpus nicht behandelt
Modalismus / Sabellianismus Häresie: Vater, Sohn und Geist als Erscheinungsformen eines Gottes. Scheitert am Gebet Jesu → F06 — Ist die Trinität ein Widerspruch?
Monotheletismus Häresie: nur ein Wille in Christus. Verurteilt in Konstantinopel III (681) — zwei Willen, einer je Natur
Nizäa (325) erstes ökumenisches Konzil: Verhältnis Vater–Sohn
Ockhams Rasiermesser Prinzip der Sparsamkeit: Die einfachere Erklärung ist vorzuziehen
Ousia "Wesen, Substanz" — das, was Vater, Sohn und Geist gemeinsam haben
Partialismus Häresie: Die Personen sind Teile Gottes. Fehler aller Ei-, Sonnen- und Körper-Analogien
Passivum divinum grammatische Form, die Gottes Handeln umschreibt: "deine Sünden sind vergeben" statt "ich vergebe"
Perikope adulterae Joh 7,53–8,11 — belegbar sekundär
Präexistenz das Bestehen Christi vor seiner Menschwerdung
Prädikation die Zusprechung einer Eigenschaft — im Korpus scharf unterschieden von der Identitätsaussage → A5 — Die Schlüsselverse des Neuen Testaments
proskyneō griech. "sich niederwerfen, huldigen" — auch gegenüber Menschen und Königen
Riemannscher Umordnungssatz Mathematischer Satz: Bei bedingt konvergenten Reihen lässt sich durch Umordnung jedes Ergebnis erzeugen. Das stärkste Gegenargument des Korpus gegen den WiderspruchsvorwurfOffene Baustellen
Schemaʿ Jisrael "Höre Israel" (Dtn 6,4) — das jüdische Bekenntnis zur Einzigkeit Gottes
Skandalon "Ärgernis, Anstoß" (1 Kor 1,23) — das Kreuz als bewusst zugemuteter Widerspruch
Theotokos "Gottesgebärerin" (Ephesus 431) — Maria gebar die Person, nicht die Natur
Tritheismus Dreigötterei — die Häresie, die der Korpus dem Christentum vorwirft, wenn der Modalismus abgelehnt wird
Zettabyte 10²¹ Byte — im DNA-Argument verwendet

Personen und Werke, die im Korpus genannt werden#

Name Wer / was
Justin der Märtyrer (†165) Kirchenvater; sein Jupiter-Vergleich (Apologie I,21) wird als Beleg für hellenistischen Einfluss angeführt
Athanasius (†373) Kirchenvater; Verteidiger des homoousios
Konstantin (†337) Kaiser; berief Nizäa ein — ⚠ formulierte nicht die Theologie
Raschi (†1105) jüdischer Ausleger; dominante Deutung von Jes 53 auf Israel
Ibn Taimiyya (†1328) islamischer Gelehrter; erlaubt die Verwendung von "Vater/Sohn" im Dialog
al-Ghazālī (†1111) islamischer Theologe; Argument gegen die aktuale Unendlichkeit
Ibn Sīnā / Avicenna (†1037) Philosoph; im Korpus als Beispiel für die Latinisierung arabischer Namen
Leibniz (†1716) "Warum existiert etwas und nicht nichts?"
Max Weber (†1920) Machtdefinition, im Moralkapitel zitiert
Karl Marx (†1883) Religionsprognose; im Korpus als widerlegt behandelt
Raymond Brown (†1998) katholischer Neutestamentler; belastbarer Zeuge aus dem christlichen Lager
F. F. Bruce (†1990) konservativer Evangelikaler — als Zeuge für Verfälschung falsch angeführt
Michael Licona (*1961) evangelikaler Apologet; hält Mt 27,52-53 für ein Stilmittel — zieht daraus aber nicht die Folgerung des Korpus
Alister McGrath (*1953) The Twilight of Atheism — im Reformations-Exkurs genannt
Olivera Petrovich Entwicklungspsychologin; Studien zu natürlichem Theismus bei Kindern
Justin L. Barrett Born Believers — dieselbe Debatte
Lawrence Krauss (*1954) A Universe from Nothing; im Korpus präzise gekontert
Encyclopedia of Wars Statistikwerk zu Kriegsursachen — ⚠ methodisch umstritten
Codex Sinaiticus / Vaticanus die ältesten fast vollständigen Bibelhandschriften (ca. 330–360)
P52, P66, P75, P46 die frühen Papyri — ⚠ im Korpus nicht erwähnt, entwerten ARG-MANUSCRIPT-GAP
Ṣanʿāʾ-Palimpseste 1972 entdeckte Koranhandschriften mit Abweichungen — ⚠ im Korpus nicht erwähnt

Verwandte Seiten#

Bibelstellen-Register · Koranstellen-Register · Videoregister · A0 — Argumentregister (alle 658 ARG-IDs) · Index


Nachtrag 2026-08-25 — Begriffe aus den Videos 84–92#

Arabisch / islamische Theologie#

Begriff Bedeutung Fundstelle
al-Ghayb (الغيب) das Verborgene; was Gott von sich nicht offenbart hat. Zentral für die Wiki: Der Islam kennt Unbegreifliches — aber "Gott hat definitiv keinen Widerspruch offenbart". Metaphysik ≠ Widerspruch. <a class="wikilink" href="/quellen/86-trinitarisches-dilemma-identitaetslogik/" title="TRINITARISCHES DILEMMA
ṣifāt ḏātiyya Wesenseigenschaften — Gottes Allwissen; er kann nicht in einem Moment aufhören, allwissend zu sein Video 91 [1:21:15]
ṣifāt fiʿliyya Handlungseigenschaften — Gott erschafft, könnte aber entscheiden, nicht zu erschaffen. Das Sprechen gehört zu beidem: "Gott ist kein stummer Gott — er spricht, kann aber auch entscheiden, nicht zu sprechen." ebd.
azal / abad anfangslos / endlos. Die Unterscheidung, die ARG-PRE-AND-POST-ETERNAL trägt: Unsere Unsterblichkeit im Paradies ist nur endlos — Gott ist beides. Video 90 [29:40]
maʿṣūm / ʿiṣma Bewahrtheit der Propheten vor (großen) Sünden. Entsingularisiert die Sündlosigkeit Jesu: "Es gibt da kein Alleinstellungsmerkmal." Video 85 [25:48]
ṣūra Gestalt, Bild — im Ḥadīṯ "Allah hat Adam in seiner ṣūra erschaffen"; islamisch als Eigenschaften, nicht als Abbild gedeutet Video 90 [32:59]
taqrīr Billigung — die dritte Kategorie der Sunna: was der Prophet sah und nicht untersagte Video 85 [06:01]
al-Lawḥ al-Maḥfūẓ die wohlbehütete Tafel, erste Stufe der koranischen Offenbarung Video 84 [10:52]
Bayt al-ʿIzza "Haus der Macht" im untersten Himmel, zweite Stufe ebd.
Muṣḥaf das Exemplar, die kodifizierte Buchgestalt des Korans (unter Abū Bakr) ebd. [11:25]
Ṣadaqa freiwillige Almosen — im Unterschied zur verpflichtenden Zakāt (2,5 %, acht Empfängerkategorien); Ṣadaqa kann auch an Nichtmuslime gehen Video 90 [1:05:58]
al-watīn / al-abhar Herzader (Sure 69,46) / Hauptschlagader (im Ḥadīṯ). Die behauptete Unterscheidung trägt ARG-AORTA-PROPHECY — ⚠ noch nicht belegt Video 87 [02:13]
Daǧǧāl der Antichrist, den Jesus in seiner Parusie beseitigen wird Video 91 [2:18:18]

Logik und Philosophie#

Begriff Bedeutung Fundstelle
Äquivokation Fehlschluss durch unbemerkte Mehrdeutigkeit eines Begriffs innerhalb eines Arguments. Der Vorwurf gegen den sozialen Trinitarismus: "ist" wird in den Prämissen 1–3 prädikativ, in Prämisse 7 identitätslogisch gebraucht. <a class="wikilink" href="/quellen/86-trinitarisches-dilemma-identitaetslogik/" title="TRINITARISCHES DILEMMA
qualitative / quantitative Identität qualitativ: zwei Dinge teilen eine Eigenschaft (Farbe). quantitativ (numerisch): zwei Begriffe bezeichnen dasselbe Ding. Nur letztere ist in der Trinitätsfrage im Spiel. ebd. [18:25]
Leibniz-Gesetz Ununterscheidbarkeit des Identischen: alle Eigenschaften von A kommen B zu und umgekehrt ebd.
Transitivität A = B und B = C → A = C. Der Schlag gegen die relative Identität. ebd. [22:17]
relative Identität "identisch im Wesen, nicht identisch in der Person" — der lateinische Trinitarismus ebd. [15:07]
soziale Perichorese / sozialer Trinitarismus die Deutung der drei Personen als Liebesgemeinschaft; unterscheidet das "ist" der Prädikation vom "ist" der Identität ebd. [08:54]
analogia entis Analogie des Seins (Thomas von Aquin): Begriffe wie gut, Vater, weise gelten von Gott und vom Geschöpf weder gleichbedeutend noch völlig verschieden, sondern analog — und zwar von Gott herab, nicht vom Menschen hinauf Video 91 [28:23] · Video 90 [34:37]
credo ut intelligam "Ich glaube, damit ich verstehe" (Anselm von Canterbury) — die christliche Antwort auf den Vorwurf, die Logik werde bei der Trinität geparkt Video 91 [57:40]
Paradox vs. Widerspruch Strittig. Christlich: ein Paradox sei ein scheinbarer Widerspruch, der nicht aufgelöst werden müsse. Islamisch: ein Widerspruch sind zwei einander ausschließende Aussagen, die nicht zusammengeführt werden können — und "du definierst Widerspruch mit Widerspruch". Video 84 [35:06]
Kompatibilismus Vereinbarkeit von Determinismus und Willensfreiheit. Selbstbeschreibung: "Wir sind Hardcore-Deterministen, aber wir haben einen religiösen Kompatibilismus." Video 90 [40:12]
somatische / existenzielle Unsterblichkeit somatisch: den Körper betreffend. existenziell: Fortbestehen nach dem Tod. Wir sind existenziell unsterblich, nicht somatisch — Gott ist es "in jeglicher Hinsicht" (1 Tim 6,16). Video 87 [33:04]

Griechisch / christliche Theologie#

Begriff Bedeutung Fundstelle
λόγος / dābār Wort, Rede, Befehl, Tat. Unitarisch: nie eine Person; personifizierbar, ohne Person zu sein — wie die Weisheit im AT Video 92 [14:41]
μορφή (morphē) Gestalt, Form — nicht "gleich". In Phil 2,6 en morphē theou; dasselbe Wort in Mk 16,12 als "Gestalt" übersetzt. ⚠ Nicht zu verwechseln mit ἴσος ("gleich") im selben Vers. ebd. [1:16:25]
οὐδείς (oudeis) "niemand" — in Mk 13,32 schließt es alle Geschöpfe aus und lässt eine Person übrig Video 87 [29:43]
παράκλητος Beistand; grammatisch maskulin — die persönlichen Pronomen in Joh 14–16 sind daher kein Personbeweis, ihre Übersetzung "eine theologische Entscheidung" Video 92 [45:15]
Doketismus die Lehre, Jesus sei nur scheinbar gekreuzigt worden — weil er ganz Gott und nicht wirklich Mensch sei. ⚑ Das genaue Gegenteil der islamischen Position und nicht mit ihr zu verwechseln. Video 91 [1:40:24]
Theosis / Vergöttlichung Athanasius: Gott wird Mensch, damit Menschen ihm gleich werden — von christlicher Seite selbst eingeschränkt: "nicht ontologisch" Video 90 [28:33]
simul iustus et peccator Luther: "zugleich gerechtfertigt und Sünder" ebd. [17:05]
vorpaulinische Bekenntnisse Formeln, die Paulus zitiert statt sie zu formulieren — der Christushymnus (Phil 2,6-11) und 1 Kor 15,3-5; mündlich im Gottesdienst tradiert Video 91 [1:53:14]
Kenosis Entäußerung (Phil 2,7). ⚑ Der schärfste Einwand: Nach dem Athanasianum hat die zweite Person keine Eigenschaft abgelegt, sondern eine Natur hinzugenommen. Die neuzeitliche Kenosistheorie stammt aus dem 19. Jahrhundert. Video 92 [1:12:31]
biblischer Unitarier Christ, der Jesus als Messias und Sohn Gottes bekennt, seine Gottheit und die Trinität aber ablehnt. Zu unterscheiden von Zeugen Jehovas (die eine Präexistenz lehren) und vom Islam (der ein Sühnopfer ablehnt). Video 92